24 | Untere Schleuse

In früheren Jahrhunderten wurden die Wallenfelser häufig von Überschwemmungen geplagt, denn die Wilde Rodach floss ursprünglich komplett durch das Stadtgebiet und trat häufig über die Ufer. Ein besonders heftiges Hochwasser im Jahr 1909 brachte dann buchstäblich „das Fass zum überlaufen“. Man beschloss, mit einer gewaltigen Baumaßnahme für mehr Sicherheit zu sorgen, den Flusslauf zu teilen und den Großteil des Wassers an der Stadt vorbeizuleiten. 1912 begann man dann also einen künstlichen Kanal außerhalb des Siedlungsbereichs zu graben, an dessen Ende sich die geteilte Wilde Rodach wieder vereinigen sollte. Hier an der Unteren Schleuse stehen wir nun an diesem Zusammenfluss, an dem das Flussbett der ursprünglichen Wilden Rodach und der neu geschaffene künstliche Flusslauf wieder zusammenfinden. Mit dem aufwendigen Bauwerk aus Stampfbeton werden zudem drei Meter Höhenunterschied ausgeglichen, die sich hier am Zusammenfluss ergeben.

Damit auch Floße diese gewaltige Schwelle überwinden konnten, befindet sich seitlich mit 75 Metern die längste Floßgasse Oberfrankens. In rasanter und nicht ungefährlicher Fahrt wurden die Flöße hier hindurch manövriert.

Über die Schönheit des historischen Bauwerks lässt sich sicherlich streiten, seine besondere kulturgeschichtliche Bedeutung für Wasserwirtschaft und Flößerei im Frankenwald ist aber unbestritten. 

Über die Brücke auf die andere „Kanalseite“ und dann weiter entlang des Gewässers gehen wir zur nächsten Station