22 | Nadelwehr

Der Steg über die Wilde Rodach ist hier mit einem Nadelwehr ausgestattet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war diese Bauart typisch für die Bäche des Frankenwalds. Die Wehre hatten zwei wesentliche Funktionen: Sie stauten den oberhalb liegenden Flussbereich an, um eine ausreichende Wassertiefe für das Flößen zu gewährleisten, und sicherten eine gleichbleibende Wassermenge für die Mühlbäche der zahlreichen Mühlen.
Um die Floße sicher durch diese Wehre zu navigieren, zogen die Flößer die sogenannten „Nadeln“ – lange Rundhölzer – nach oben. Dadurch konnte das Floß mit dem anschwellenden Wasser weiterfahren. Dieser Prozess erforderte viel Geschick, da die Strömung oft stark und unberechenbar war.
Die Durchfahrt durch ein Wehr war riskant und führte nicht selten zu Unfällen. Mut und Erfahrung waren unerlässlich, um die wertvolle Fracht und die Besatzung zu schützen. Dieses Nadelwehr ist somit ein faszinierendes Relikt der Flößerei im Frankenwald und zeugt von den Herausforderungen, die die Flößer meistern mussten.
Wir gehen nun flußaufwärts zu unserer nächsten Station.