16 | Schwedenbrücke

Der Name der Brücke geht auf den 30jährigen Krieg zurück. Im Jahr 1634 wüteten die Kämpfe im Frankenwald besonders heftig. Aus dieser Zeit stammt die Überlieferung um die sogenannte Schwedenfahne. Danach kämpften die Wallenfelser tapfer an der Seite der Kronacher Hauptmannschaft gegen die Truppen der Schweden bei einem Gefecht bei Fischbach. Im Verlauf fand der Wallenfelser Fahnenträger den Tod. Seine Frau, die ihn begleitet hatte, rettete demnach die Fahne und versteckte sie unter der Brücke, bis die Schweden den Landstrich wieder verlassen hatten. Dass es sich bei dieser Geschichte nicht um eine reine Legende handelt, belegen die Quellen aus dieser Zeit: Der damalige Pfarrer Johannes Streit berichtete davon, dass er 17 Gemeindemitglieder habe beisetzen müssen, die von den Feinden im Kampf getötet, vergewaltigt oder gefoltert wurden. Unter ihnen waren auch Bürgermeister Johann Stöcker und der damalige Ortsschmied Jakob Will, der die Fahne vor feindlichen Truppen versteckt hatte. Noch heute spielt die „“Schwedenfahne““, auch wenn es nicht mehr das Original ist, eine wichtige Rolle im Brauchtum der Wallenfelser. Sie ist Mittelpunkt einer besonderen Zeremonie während des Fronleichnamszugs: Der „Schwedenfähnrich – jeweils der jüngste Stadtrat – schwenkt sie auf der Schwedenbrücke nach festem Ritual. Das Tuch darf sich dabei nicht verwickeln, da laut Überlieferung ansonsten ein Krieg ausbrechen würde. Angeblich soll dies 1914 und 1939 genau so geschehen sein. Zum Glück ist dies in den vergangenen Jahren ohne Zwischenfall geglückt.

Fronleichnam ist daher seit Jahrhunderten ein besonderes Fest für die Wallenfelser Bürger. Hier wird eine Tradition gepflegt, die eng mit der leidvollen Geschichte der Stadt verbunden ist und zieht bis heute zahlreiche Besucher an. Dazu tragen sicherlich die bunten Uniformen der Ehrenkompanie bei. König Ludwig II. hatte den Wallenfelser Veteranen nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 das Privileg verliehen, sie zu diesem Anlass zu tragen. Auch der heilige Nepomuk bewacht das Ritual. Sein Denkmal wurde von einem Wallenfelser Floßherren im Jahr 1826 als Dank für eine geglückte Floßfahrt gestiftet.

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