11 | Schneidmühlen

Wo Wasser und Holz zur Genüge da sind, braucht es Mühlen, um diesen Reichtum zu nutzen! In früheren Zeiten gab es in Wallenfels insgesamt neun Schneidmühlen. Sie spielten eine wichtige Rolle für die Holzverarbeitung in der Region. Die meisten von Ihnen wurden als sogenannte Interessentenmühlen geführt. So war es im Frankenwald üblich. Das bedeutete, sie gehörten nicht einem Einzelnen, sondern mehrere Interessenten nutzten sie gemeinsam. Da waren strenge Regeln notwendig, damit es nicht zu Streitereien kam. Der Mühlvogt regelte die Schnittzeiten und schaute, dass alles gerecht zuging. Wir sehen hier nun leider nur noch ein Überbleibsel der historischen Klingersmühle.

Aber lassen wir unserer Phantasie freien Lauf: Können Sie es hören? Das Wasser, das am drehenden Mühlrad plätschert. Riechen Sie das lebendige Holz, das von der Kraft des Flusses transportiert wurde. Hier spüren Sie die Energie der Natur, die die Schneidmühlen einst mit Leben erfüllte.

Früher wurde das Holz von den oberen Talgründen bis nach Wallenfels geflößt, vieles davon hier in den Mühlen verarbeitet und auf den Flößen weiter in die größeren Städte entlang des Mains transportiert. Manche Tanne landete in Holland und fuhr als stattlicher Mastbaum eines Schiffes in die weite Welt!

Zu unserer nächsten Station biegen wir auf der Frankenwaldstraße nach rechts ab, bis wir dann links den schmalen Pfad der Mühlgrabenstraße erreichen.